Solares kühlen Das System der solarthermischen Kühlung ist für Tropenländer mit einem ganzjährig hohen
Maß an Sonneneinstrahlung in Verbindung mit einem über das Jahr vergleichsweise ausgeglichenen
Kühlbedarf als eine heraus- ragende technologische Lösung anzusehen.
Das Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energie- technik UMSICHT in Oberhausen
entwickelte einen autarken, ausschließlich von solar gewärmtem Wasser betriebenen Kühlschrank.
Für dieses Gerät sind, im Gegensatz zu anderen solartechnologischen Systemen, einige hochwertige
Komponenten, wie zum Beispiel hocheffiziente Sonnenkollektoren, erforderlich.
GECOTEC e.V. bemüht sich aktuell um finanzielle Unterstützung für die Entwicklung
zur Serienfertigung dieses Systems in einem sogenannten Entwicklungsschwellenland, um die
eigene kommerzielle Herstellung solarer Kühlgerate für die nationalen und ausländischen
Märkte zu ermöglichen.
Neben der Verwirklichung kurzfristiger Lösungen in anderen Projekten, sehen wir solche
mit langfristigen Perspektiven angelegte, angepaßte Weiterentwicklungen für eine nachhaltige
Verbesserung der Lebenssituation in wirtschaftlich schwachen Ländern als wertvoll und
richtungsweisend an.
Solares kochen
Insbesondere in den Tropenländern ist das Kochen mit Solarenergie ein Thema, das nur
selten in angepaßten Techno- logien entwickelt oder gar verbreitet ist.
Das Institut für Energieeffizienz an der Universidad de Oriente in Santiago de Cuba hat
neben den unten dargestellten Solarkochern auch Systeme mit speziellen Kollektorsytemen entwickelt,
die es erlauben, Solarenergie für das Kochen in geschlossenen Räumen zu nutzen.
Aktuell ist GECOTEC e.V. damit befaßt, verschiedene
Prototypen dieser Solarkocher in Mexiko und Nepal herzustellen.
Wie auch bei anderen Projekten ist hierbei das Ziel, die Ressourcen der Entwicklungsländer für
die Umsetzung von Eco-Technologien zu nutzen und eigene Kompetenzen und Kapazitäten für die
wirtschaftliche Entwicklung zu stärken und gegebenenfalls weiter zu transferieren.
Herstellung von Baustoffen mit geringem Energiebedarf
Dieses Projekt befasst sich damit, Biomasse in Baustoffe und Energie
umzuwandeln (Ecomaterialien, ökonomische und ökologische Baumaterialien).
Baustoffe und Energie waren schon immer direkt miteinander verbunden.
Die Herstellung der meisten Baustoffe ist mit einem Prozess verbunden, in dem in der Regel
eine grosse Menge an Energie dazu benutzt wird, Materialien bei hohen Temperaturen zu
verbrennen oder grobe Anteile in feine zu zerkleinern.
Stahl und Bindemittel zählen zu den beiden Baustoffen, deren Herstellung am meisten Energie
benötigt. Um ein Bindemittel herzustellen, müssen die einzelnen Materialien auf über 700°C
erhitzt werden, in manchen Fällen sogar über 1000°C. Die Produktion von Bindemitteln ist für
den Ausstoß großer Mengen des Treibhausgases CO2 verantwortlich, das bekanntermaßen einen
negativen Einfluss auf die Umwelt besitzt.
Es existieren auch andere Baustoffe, die, obwohl sie in der Herstellung weniger Energie
benötigen, sich dennoch negativ auf die Umwelt auswirken, da ihre Produktion die Reduzierung
erneuerbarer Ressourcen als Ergebnis hat, wie beispielsweise die Abholzung Tropischer Wälder.
Die Kalkherstellung oder das Brennen von Lehmziegeln sind Beispiele für die Situation in Entwicklungsländern,
wo herkömmliche Brennstoffe nicht verfügbar sind und daher Holz als Brennstoff benutzt
wird. Ein beunruhigendes Problem in Entwicklungsländern ist die Art und Weise, wie mit den
riesigen Abfallmengen umgegangen wird, die von der Industrie und Landwirtschaft produziert
werden. Einen bedeutenden Anteil dieser Abfälle stellt die Biomasse, die als erneuerbarer
Brennstoff benutzt werden könnte, beispielsweise in der Baustoffindustrie. Allerdings besteht
aufgrund der derzeit in den meisten Entwicklungsländern vorherrschenden Infrastrukturen keine
Möglichkeit, Initiativen zu organisieren, um brennbare Abfälle in sinnvoller Art und Weise
wiederzuverwerten.
Das Projekt fördert die Wiederverwertung ungenutzter Biomasse. Dies umfasst sowohl Reststoffe
aus der Landwirtschaft, als auch Papierabfälle und den organischen Anteil des Zivilisationsabfalls
(SUW - Solid Urban Wastes).
Die halbindustriellen Abfälle aus der Landwirtschaft, wie auch die
Abfälle aus der Reis- und Kaffeeernte stellen die möglichen Hauptquellen der sich nicht
zersetzenden Biomassen. Zivilisationsabfälle (SUW) sind eine andere wichtige Quelle der
Biomasse, die zudem immer häufiger zu einem großen Problem für große Städte werden, selbst in
mittelgroßen Stadtzentren.
Lehm soll hierbei als Bindemittel benutzt werden. Lehmmineralien können, neben den ihnen
eigenen bindenden Partikeln, zusätzlich durch Änderung ihrer inneren Struktur bei Temperaturen
von 800-1000°C, je nach der Art des Lehms, aktiviert werden. Das Ergebnis aus diesem Vorgang
ist ein reaktionsfähiger Puzzolan-Zement.
Die Idee des SFB (Solid Fuel Block) berücksichtigt beide bindenden Eigenschaften von Lehmen.
Vor der Verbrennung wirkt der Lehm als Bindemittel indem er die Biomassen zusammenhält;
wenn der SFB dann gebrannt wird, wird der vorhandene Lehmanteil durch die Temperaturerhöhung
aktiviert und wird so zum reagierenden Puzzolan-Zement, der für die Herstellung von
Kalk-Pozzolan-Zement-Bindemitteln benutzt werden kann.
Dieses Produkt stellt eine attraktive, interessante und umweltfreundliche Alternative erneuerbarer
Brennstoffe dar, welche, verglichen mit herkömmlichen Brennstoffen, eine angemessene Effizienz
erreicht. Seine Verwendung ermöglicht die Wiederverwertung von Abfällen im kleinen Rahmen, die
anderenfalls nicht richtig beseitigt werden können.
Diese Technologie wurde von unseren internationalen Partnern CIDEM (Centro de Investigación
y Desarrollo de Estructuras y Materiales) in Santa Clara in Cuba, Grupo Sofonias in der
Schweiz und dem EcoSur Netzwerk aus Nicaragua erarbeitet und kann an jedem Baustandort
eingesetzt werden, sowohl in großen als auch in kleinen Maßnahmen, insbesondere in Dritte
Welt Ländern.
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